Rohrbacher Eltern platzt der Kragen

01.11.2004 18:23

Erneuter Verzögerungsversuch für den Neubau der Realschule stößt auf heftigen Widerstand!

Nach sage und schreibe 12 Jahren, solange ist es her, dass die Stadt sich zum ersten Mal an die Eichendorffgrundschule wandte um zu überlegen was nach dem Umzug der Gregor Mendel Realschule in einen zu erstellenden Neubau passieren soll, wurde die Beschlussfassung zum Bau eben dieser Schule erneut von der Tagesordnung des Gemeinderates genommen. Auf Nachfrage erfuhren die Eltern, dass es nun doch noch dauere bis die Unterlagen fertig seien und das Ganze im März 2005 neu vorgelegt werden solle. Daraufhin verschickte der Schulelternbeirat das folgende Schreiben an die Oberbürgermeisterin, den 1. Bürgermeister, die Gemeinderäte, den Bezirksbeirat, den Stadtteilverein Rohrbach und an die Rhein – Neckar - Zeitung.

Sehr geehrte Frau Weber,

mit Entsetzen nimmt die Elternschaft die, in unseren Augen erneute, Verschiebung des Baubeginns zur Kenntnis. Die näheren Umstände erscheinen uns mehr als rätselhaft und sind vor allem für die betroffenen Schüler, Lehrer und Eltern der Eichendorffgrundschule nicht nachvollziehbar. Die häufig festgestellten, am Rande der Unzumutbarkeit befindlichen Bedingungen in Bezug auf die Anzahl und den Zustand der Räume, die unerträgliche Situation im Bereich der sanitären Anlagen und den quasi nicht vorhandenen Räumen der Schulverwaltung wurden von der Elternschaft immer wieder dargestellt.

Von größerem Protest, vor allem öffentlicher Art, wurde bisher Abstand genommen. Die von offizieller Seite dargestellten Probleme mit dem im Planung befindlichen Neubau in Kirchheim wurden, wenn auch nicht akzeptiert, so doch zumindest ausgehalten.

Immer wieder hieß es der Neubau kommt ja bald! Von allen politisch Beteiligten wurde dabei die Gemeinderatssitzung im November 2004 als entscheidende beschrieben. Sowohl Vertreter der Stadt als auch verschiedene Gemeinderatsmitglieder haben die hohe Priorität und den Termin wiederholt bestätigt und versprochen sich entsprechend einzusetzen, trotzdem ist nichts passiert.

Auf Schulseite wurde mit entsprechenden Fachleuten Umbaumaßnahmen nach dem Auszug der Realschule beraten (Das erste Mal vor ca. 12 Jahren). Es gab Begehungen mit den zukünftigen Nutzern des jetzigen Grundschulbereiches etc. Es wurde viel ehrenamtliches Engagement gezeigt und man wartete gemeinsam auf eine bessere Zukunft. Von allen Beteiligten wurde uns zugesichert, dass die endgültige Beschlussfassung am 19.11.04 im Gemeinderat erfolgen soll. Wir hören nun, dass die Überarbeitung des Entwurfes für den Neubau so erfolgreich war, dass der zu erwartende Kostenrahmen geringer geworden ist. Da aber die neuen preiswerteren Planungsbestandteile nicht beschlussvorlagefähig vorliegen, ist dieser Beschluss von der Tagesordnung genommen worden, in Absprache mit Frau OB Weber und Herrn Prof. Dr. v.d. Malsburg. Die Schule wird günstiger als bisher angenommen, trotzdem beginnt die Maßnahme deutlich später, was wirklich schwer zu verstehen ist. Dies führt zu einer Verspätung des Spatenstiches von mindestens 6 Monaten oder gar auf unbestimmte Zeit. Nach Jahren des Ausharrens bringt dies das Fass zum Überlaufen. Nach Auskunft durch Herrn Lingnau ist wegen des zu erwartenden Neubaus mit größeren Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen in der Eichendorffgrundschule nicht zu rechnen.

Wie soll das weitergehen und wie lange noch?

In Rohrbach entstehen derzeit Wohneinheiten für mehrere hundert Familien, beide Grundschulen sind räumlich an ihren Grenzen, jede Verbesserung der Situation wird auf die lange Bank geschoben. Der bisherigen Ruhe wird ein Sturm der Entrüstung folgen!

Wir gehen weiterhin davon aus, dass unser Anliegen in der Gemeinderatssitzung am 19.11.04 erörtert wird und erwarten einen Beschluss deutlich vor März 2005.

Im Namen der Eltern der Eichendorffgrundschule Heidelberg Rohrbach
mit freundlichen Grüßen

Dr. Edzard Schmidt
Vorsitzender des Elternbeirates der Eichendorffgrundschule

Was danach geschah!

Bereits am Tag nach der Gemeinderatssitzung wurde der Schulleitung und den Elternvertretern mitgeteilt, dass es nun doch nicht bis zum März dauere, sondern bereits im Dezember der Neubau endgültig beschlossen werden soll. Baubeginn wäre dann Mitte nächsten Jahres. Für die Eltern geht es jetzt darum, dass die seit einer Dekade verschobenen Renovierungsarbeiten nicht länger warten können. Mit dem Beschluss des Neubaues der Realschule müssen unbedingt Mittel auch zur Planung des Umbaues der Eichendorffschule zur Verfügung gestellt werden. Alle mit uns in Verbindung getretenen Vertreter der politischen Parteien versichern uns ihre Unterstützung und sind einhellig der Meinung, dass diese Schule nicht länger warten kann. Die Verhältnisse sind nicht zu beschreiben. Eine Lehrerin, die eine zeitlang als Vertretung in der Schule gearbeitet hat: „So eine Schule habe ich in meinen 25 Lehrerinnenjahren noch nicht gesehen!“
Es muss jetzt etwas getan werden und die Elternschaft der Eichendorffschule wird sich mit weiteren Vertröstungen nicht zufrieden geben. Es ist zu hoffen, dass die Zusagen der politisch Verantwortlichen keine leeren Versprechungen sind und sie im wahrsten Sinne des Wortes bald FARBE bekennen.

Dr. Edzard Schmidt ist Elternbeiratsvorsitzender der Eichendorffgrundschule

Anmerkung der Redaktion:

Nach den Berichten in der RNZ haben die Fraktionen von GAL und SPD im Bezirksbeirat Rohrnach beantragt, die Frage noch in einer Sondersitzung im Dezember zu behandeln.

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