Initiative für mehr Verkehrssicherheit in Rohrbach

01.10.2009 20:55 von Hans-Jürgen Fuchs

Überlegungen zur Ortsbegehung zur Verkehrssicherheit in Rohrbach

von Uli Glum, Gabi Ullmer-Barth u. Franz Maucher

Gruppe bei der Begehung

(Donnerstag, 1. 10. 2009,– 10.30-11.45 Uhr mit Herrn Weis und Frau Bayer vom Amt für Verkehrsmanagement und zwölf Rohrbacher Anwohnern)

Anlass der Begehung war eine Umfrage von Gabriele Ullmer-Barth, die mit ca. 200 Unterschriften belegen konnte, dass es einen von vielen geteilten Wunsch nach Verbesserung der Verkehrssicherheit gibt, v.a. für die Rohrbacher Kinder auf dem Weg zu Kindergarten oder Grundschule, in ähnlicher Weise aber wahrscheinlich auch für ältere Menschen. Begangen und besprochen wurde nur die Strecke Rathausplatz, Rathausstraße aufwärts bis zur Linde, Am Heiligenhaus über Kindergarten zum Beginn Kühler Grund und abwärts Bierhelderweg bis Linde.

Gesamteindrücke und Schlussfolgerungen

Frau Bayer und Herr Weis wirkten auf einige von uns unvorbereitet, in ihren Aussagen unverbindlich und vage. Sie hielten es anfangs auch nicht für nötig, z.B. zum Problempunkt „Kindergarten Paula Heck“ - Bierhelder Weg zu gehen, da das Problem schon gelöst sei (siehe unten).

Mehr Kommunikation

Im Laufe des Gespräches wurde deutlich, dass bei der geplanten Dorfsanierung nach dem Konzept von Prof. Götz Veränderungen diskutiert werden, die vielen Rohrbachern nicht bekannt sind. Für eine Verbesserung der Kommunikation will sich Herr Weis bei den entsprechenden Gremien der Planungskommission einsetzen und schlug ein Informationstreffen vor, in dem noch nicht alt eingesessene und kaum informierte Bürger Einblick in die Planungen bzgl. des Sanierungsgebietes bekommen könnten. Er wolle aber Frau Gabriele Ullmer-Barth auf jeden Fall Unterlagen zur Planung in unseren wichtigsten 3 Punkten (1-3) zukommen lassen. Veranstalter und Zeitpunkt des Informationstreffens blieben offen.

Die Begehung war nicht die erste, manche Rohrbacher erinnern sich, dass Einzelthemen sei 15 Jahren (!) Gegenstand von Verhandlungen sind. Hr. Weis erklärt selbst, wie viele Verkehrs-Wünsche schon beim Planungsausschuss für die Dorfsanierung angekommen sind, wo noch Bedürfnisse von Anwohnern miteinbezogen werden können. Auf unsere Bitte erklärt er sich bereit, über Frau Ullmer-Barth und die Kinderbeauftragte Ute Hirscher Wege mitteilen, über die die Rohrbacher dann ihre Wünsche mit einbringen können. Frau Bayer bittet aber jetzt schon um schriftliche Mitteilung, wo Veränderungsbedarf besteht.

Gesamtkonzept statt Einzelmaßnahmen

Aktuell laufen ja die Vorbereitungen für eine Ortskernsanierung auf Hochtouren, ein ansehnliches Budget wurde dafür bereitgestellt. Unser Eindruck ist aber, dass dabei bislang überwiegend ästhetische Gestaltungsideen als Konzept vorliegen, dass ein schlüssiges Verkehrskonzept, das auf einer systematischen Aufnahme von verkehrs-sicherheits-technischen Anliegen aufbaut, aber fehlt. Dies bestätigt die inzwischen veröffentlichte Beschlussvorlage für den Bezirksbeirat am 13.10.09 und den Gemeinderat am 17.11.09. Dort wird in der „Begründung“ (S. 3.7) beschrieben, dass für die Verkehrs- und Parkraumsituation noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden sei, ein Verkehrskonzept solle in Auftrag gegeben werden (Pkt. 6.1 – siehe auch Auszug unten).

Da es in den letzten Jahren eine Reihe von Einzelinitiativen zur Verkehrssicherheit gab (so wie die aktuelle Begehung), die vom Amt für Verkehrsmanagement bearbeitet wurden, aber nicht den erwünschten Erfolg oder nur Teilerfolge brachten, freut uns der Ruf nach einem Konzept, durch das die Anliegen der Rohrbacher hoffentlich systematisch erfasst werden können, damit sie in dieses Konzept einfließen können.

Wir wünschen uns, dass der Bezirksbeirat sich dafür einsetzt,

  • dass das Konzept bei einem geeigneten Verkehrsplanungsbüro zügig in Auftrag geben wird (bevor ästhetische Sanierungsmaßnahmen schon Fakten geschaffen haben),
  • dass eine systematische Datenerhebung Bestandteil des Vertrages mit diesem Büro ist,
  • dass die Ersteller beider Konzepte zusammenarbeiten, um ein Gesamtkonzept zu entwickeln.

Einzelne Schwerpunkte während der Begehung:

1. Schwelle als Übergang an der Rathauskreuzung

Problem: Schulkinder wissen wegen verboten parkenden und zu schnell fahrenden Fahrzeugen oft nicht, wie sie die Kreuzung überqueren sollen; ein Zebrastreifen ist offenbar verkehrsrechtlich nicht möglich.

Von uns wurde vorgeschlagen, in die neu zu pflasternde Kreuzungsgestaltung bergseitig (zwischen „Patricia“ und „Dorfschänke“) eine sichtbare/erhöhte Schwelle als offizieller Kinder-/Passantenübergang einzubauen. Wir schlugen auch vor, Parkhindernisse (möglichst grüner Art) zu errichten in Höhe der Sitzbänke bzw. gegenüber im Parkverbot unterhalb der Bäckerei Tschakert, so dass zumindest Kinder zur Straßenquerung bessere Sicht haben. Unser Vorschlag, einen anderen Straßenbelag in diesem Bereich als eine Art Markierung zu wählen, wurde abgelehnt.

2. Beruhigungsmaßnahmen Leimer Straße

Problem: zu schneller Verkehr, heikler Übergang an der Kinderstube, fehlende Bürgersteige für Kinder auf dem Weg zu KiGa /Schule

Vorschlag: Schwelle wie an der Rathauskreuzung? Bürgersteige, versetzte Begrünung (vgl. Schulstraße hinter der Grundschule in Eppelheim). Poller kommen nach Aussage v. Frau Bayer nicht in Frage; aber es sei im Gespräch, vor der „Linde“ einen Baum zu pflanzen und hier einen Platz entstehen zu lassen.

 

3. Bierhelderweg und Am Heiligenhaus/“Paula-Heck“-Kindergarten:

Problem: zu schneller Verkehr am Kindergarten vorbei; Gefährdung von Fußgängern im gesamten Bereich des „Am Heiligenhaus“

Vorschlag Fr. Bayer: Verkehrsrichtung umdrehen in aufwärts „Am Heiligenhaus“, abwärts den Bierhelderweg, dadurch neue „rechts-vor-links-Situation“ oberhalb der Melanchthonkirche: abwärts Fahrende müssen an der Kreuzung bremsen, um aufwärts Kommenden die Vorfahrt zu gewähren; Aufwärtsfahrende sind im gesamten KiGa- Bereich weniger gefährdend (dieser Vorschlag müsste noch im Gemeinderat geprüft werden).

Zum Heiligenhaus kamen auch die Vorschläge, zumindest den Gehweg rechts oberhalb der Kiga-Einfahrt zu verbreitern (verwilderter Parkplatz)und auf dem Platz oberhalb der Melanchthonkirche einen Baum zu pflanzen, um den Verkehrsfluss zu bremsen.

Wie die Autofahrer im Bierhelderweg (evtl. durch Gegenverkehr im unteren Bereich) zum langsamen Fahren angehalten werden könnten blieb unbeantwortet. Daher der bei der Begehung besprochene Vorschlag: Der verkehrsberuhigte Bereich fängt erst oberhalb der Bodega an. Der Gehweg entlang der Bodega wird ausgebaut und oberhalb der Bodega zur Ölgasse kommt eine Fussgänger-Querung hin.

5. Schwellen im Kühlen Grund

Problem: zu schnell fließender Abwärtsverkehr bei gleichzeitig vielen Kindern und ältern Anwohnern.

Vorschlag: neue, ggf. lärmreduzierte Schwellen wie von Hr. Weis angesprochen (noch in Erprobung), nicht nur ästhetische, sondern auch verkehrsberuhigende Neugestaltung des Platzes oberhalb der Kirche (Baum als Zentrum des Platzes?)

Verkehrssicherheit ist auch Thema im Berzriksbeirat am 13.10.2009 …

Mehr zur Vorgeschichte der aktuellen Initiative …

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