Ergebnisse der ersten Interkulturellen Zukunftswerkstatt in Rohrbach

01.03.2008 16:21

Teilnehmerinnen der Zukunftswerkstatt

„… miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsame Probleme im Stadtteil erkennen, nach Lösungen suchen -  das alles haben Frauen bei der ersten Interkulturellen  Zukunftswerkstatt im Dezember im Stadtteil Rohrbach gemacht. Einen ganzen Nachmittag lang haben sie darüber nachgedacht, wie sie sich ihren Stadtteil in zehn Jahren wünschen.  Jetzt ist die Dokumentation ihrer Arbeit fertig und soll allen Teilnehmerinnnern und einer interessierten Öffentlichkeit übergeben werden.
Damit die Ideen auch eine Chance haben, in die Praxis umgesetzt zu werden, laden wir Sie ein zu einem gemeinsamen Treffen von Teilnehmerinner der Zukunftswerkstatt, Vertreterinnen und Vertretern der Lokalpolitik und der Institutionen und Vereine Rohrbachs. …”

So lautete die Einladung zum Bürgermeisterempfang am Dienstag, den 11.März 2008 im Spiegelsaal Prinz Carl. Der Einladung gefolgt waren um die 25 Frauen und ein Mann. (Ein weiterer Mann, TSG-Vorstand Michel, wurde immerhin vor der Tür des Prinz Carl gesehen, im Inneren wurde er dann jedoch nicht gesichtet).

Döthe Domzig, Leiterin des Amtes für Chancengleichheit, begrüßte die anwesenden Gäste und verlas zunächst eine Botschaft von Bürgermeister Erichson, der zu der Veranstaltung zwar mit eingeladen hatte, jedoch aus wichtigen familiären Gründen nicht erscheinen konnte.

Danach ging Frau Domzig  kurz darauf ein, wie der Tag der Zukunftswerkstatt, am 1.Dezember 2007 abgelaufen war:

Zunächst hatte es eine Phase der Kritik gegeben: „Wo der Schuh drückt” - hier hatte sich gezeigt, dass aus den angebotenen Themenbereichen den Frauen vor allem sieben Bereiche wichtig waren:

  • Integration
  • Familie und Gesundheit
  • Bildung und Kinderbetreuung
  • Mobilität
  • Nachbarschaft
  • Wohnen
  • Angebot für ältere Menschen

Aus diesen diskutierten Themen waren dann zwei ausgewählt worden,  zu welchen jeweils Utopien entwickelt werden sollten:

  • Interkulturelle Begegnung
  • Eltern mit Migrationshintergrund.

In der dritten Phase war es dann darum gegangen zu überlegen, wie die wichtigsten Anliegen in der Realität umgesetzt werden könnten und wer dabei hilfreich sein könnte.

Am Ende war dann die Idee im Raum gestanden ein Mehr-Nationenhaus zu realisieren und es war darüber nachgedacht worden, wie eine Umsetzung machbar wäre und wer dabei helfen und Unterstützung leisten könnte.

Die ausführliche Dokumentation können Sie hier nachgelesen …

Nachdem diese Einführung beendet war, gab Frau Domzig das Mikrofon an Frau Saadet Kirici, eine der Teilnehmerinnen der Zukunftswerkstatt weiter, um von ihr zu hören, wie es den Teilnehmerinnen ergangen war. Frau Kirici berichtete von der guten Stimmmung während der Zukunftswerkstatt und darüber, dass ein sehr intensiver und interessanter Austausch zwischen den Teilnehmerinnnen stattgefunden hätte und es doch mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes zwischen den Frauen gäbe. Etwas enttäuscht war sie darüber, dass sie im Nachhinein von Frauen, die nicht teilgenommen hatten, gehört hatte, dass diese sich an dem Tagungsort, Türkisch-Islamischer Kulturverein bei der Moschee im Rohrbach Süd , gestört hatten und deshalb nicht gekommen waren.

Damit war die Veranstaltung  jedoch nicht zu Ende, denn es folgte der zweite Teil, in welchem die anwesenden Vereine und Institutionen sich vorstellen sollten, damit die Frauen einen Überblick erhielten, wer sie wie unterstützen oder an wen sie sich wenden könnten.

Hier ein kurzer Überblick:

  • Mehrgenerationenhaus Heinrich-Fuchs-Straße, Herr Nikolas  Albrecht-Bindseil: Mehrgenerationenhaus könnte auch Heimat für alle möglichen Gruppen und Aktivitäten sein, nicht nur Mehrgenerationenhaus, sondern auch Mehr-Nationen-Haus (www.hausgemeinschaften.de)
  • Seniorenzentrum Rohrbach, Frau Gabriele Riedke-Dschangaei :  bieten Deutschkurse für Migrantinnen / begrenzte Anzahl von Räumen für diverse Gruppen verfügbar (www.diakonie-heidelberg.de)
  • Internationales Frauen – und Familienzentrum (vormals Internationales Frauenzentrum), Frau Sara Gaviglio: Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikt-, Ehe-, Familien-, und Lebensberatung / will sich gerne aus dem Zentrum auch in die verschiedenen Stadtteile ausweiten / haben auch einen Dolmetscherdienst (www.ifz-heidelberg.de)
  • Freiwilligenbörse, Frau Ulli Leßmann: stellt Freiwilligenbörse vor/ Projektentwicklungsagentur /Forum zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements der in Heidelberg lebenden Migrantinnen und Migranten (www.freiwilligenboerse-heidelberg.de)
  • Gemeinderat Heidelberg, Frau Susanne Bock: bietet ihre Hilfe an in verschiedenen Bereichen
  • Bezirksbeirat Rohrbach, Frau Christine Mench: stellt Bezirksbeirat und seine Funktion und Arbeitsweise vor
  • Kinderbeauftragte Rohrbach, Frau Eva Paclik: Stellt die Aufgaben der Kinderbeauftragten vor
  • IGH-Primarstufe, Frau Ingrid Sonnenschein-Oda (Konrektorin) lud zur Zusammenarbeit mit der IGH ein
  • Caritas-Verband, Frau Dr. Franziska Geiges-Heindl könnte sich eine Aktivität der Caritas in Rohrbach vorstellen

Damit war der offizielle Teil beendet und die Anwesenden wurden eingeladen zu einem kleinen Umtrunk und Imbiss. Dabei gab es die Möglichkeit, sich zwanglos mit den verschiedenen Menschen zu unterhalten, erste Kontakte zu knüpfen und noch offene Fragen zu stellen. Dies wurde auch ausgiebig gemacht.

Zurück