Ein Brief aus der Vergangenheit

12.01.2017 21:18 von Carsten Mundus

tl_files/bilder/2017/schwarzes Brett/Newsletter_1/Flaschenpost_3.JPGBericht u. Fotos: Lotta Pommerien

Es ist der Vormittag des 31. Dezembers 2016, als bei der Familie Macha das Telefon klingelte. Ein Mann ist dran und fragte nach Stella Macha. Er sei Holländer und habe eine Flaschenpost gefunden. Im Mango Hole Bay, einem Strand auf der Insel Dominica in den kleinen Antillen.

Sechs Jahre zuvor ist die Familie Macha auf dem Rückweg von der kanarischen Insel Gomera. Es sind die ersten Pfingstferien der jüngeren Tochter auf der weiterführenden Schule. Die Welt schaut betreten nach Fukushima und den Nachwirkungen von Haiti, gedenkt den Anschlagsopfern von Norwegen und sorgt sich um den Euro.

tl_files/bilder/2017/schwarzes Brett/Newsletter_1/Flaschenpost_1.jpgDie Familie hat es sich als Urlaubssport gemacht jeweils eine Flaschenpost zu schreiben und diese dann auf einer Fähre ins Wasser zu schmeißen. Auf der Fähre von Gomera nach Teneriffa schreibt die damals 10 Jährige Stella: „Hallo mein Name ist Stella Macha, ich bin 10 Jahre alt. Ich habe vom 16.6 – 27.6. (2011) Urlaub auf Gomera gemacht.“ Sie bittet um eine Antwort, falls jemand diese Flasche findet.

Und die bekommt sie- fast 6 Jahre später.
Die kleine Stella ist mittlerweile ganz schön groß geworden. Besucht die elfte Klasse eines Gymnasiums, tanzt und jobbt in ihrer Freizeit in der Traube. Die Karibik und Südamerika hat es aus den Fernsehern vertrieben. Anschläge in Europa, Donald Trump und rechte Ränder lassen hier so einiges erschüttern. Und doch hat sie es plötzlich (nicht nur durch das Südamerika-Stadtteilfrühstück) zu uns nach Rohrbach geschafft.

tl_files/bilder/2017/schwarzes Brett/Newsletter_1/Flaschenpost_2.jpgFünfeinhalb Jahre muss die Flasche sich durch Schaumkronen gekämpft haben, bis sie am 31. Dezember endlich ans Land gespült wurde. Lena, eine Besitzerin eines Hotels auf Dominica ging am Morgen spazieren und fand unerwartet die Flasche. Da der Inhalt leider nur auf Deutsch war, bat sie Albert, einen ihrer holländischen Gäste, ihr den Inhalt zu übersetzen.

Schnell wurde das Telefon gezückt und bei der überraschten Familie in Heidelberg-Rohrbach angerufen. Bilder wurden getauscht und sich das unglaublich immer wieder klar gemacht: Diese Flasche hat es geschafft. Sie hat  ca. 4.850 Kilometer hinter sich gelegt. Sie ist nicht gebrochen, durch ihren Korken ist kein Wasser eingedrungen, der Brief war nach all den Jahren noch lesbar.

Ein kleines Wunder.

tl_files/bilder/2017/schwarzes Brett/Newsletter_1/Flaschenpost_der Weg.jpg

Den Artikel der Zeitung von Dominica finden Sie hier ....

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